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Mit 80 Jahren ist noch lange nicht Schluss

von Siegmar Bessert,  gefunden in der MOZ

"Egon", wie Siegfried Lemke überwiegend gerufen wird, ist bereits zu Lebzeiten eine echte Legende. Geboren am 16. Oktober 1938 in Schwalgendorf (Ostpreußen), begann er mit vierzehn Jahren in Bad Doberan, wohin seine Familie später gezogen war, mit dem Tischtennissport. Schnell wurde man dort auf sein außerordenliches Talent aufmerksam, denn bereits gestandene Spieler hatten schon bald keine Chance gegen den starken Junior. Auch den Trainern der damaligen Tischtennisvereine in der DDR blieb sein Talent nicht unbemerkt und sie hatten ein wachsames Auge auf den drahtigen und ehrgeizigen Typen geworfen. So hieß es dann folgerichtig Abschied von Bad Doberan und der Famile und Freunden zu nehmen, denn 1959 führte sein Weg zum SC Lok Leipzig.

Es begann eine unglaubliche Karriere in der DDR. Schon in der Saison 1959/60 gewann er mit Leipzig als Spitzenspieler den Meistertitel. In den nächsten sieben Jahren blieben die Mannen um "Egon" ganz vorn. Spieler wie u. a. Dieter Lauk, Wolfgang Viebig, Jürgen Scheweleit, Bernd Pornack oder Wolfgang Vater waren in dieser Zeit seine Wegbegleiter. Schnell wurde "Egon" auch in die DDR-Nationalmannschaft berufen, startete 1961 (Peking), 1963 (Prag), 1965 (Ljubljana) und 1967 (Stockholm) bei den Weltmeisterschaften. In Stockholm verpasste er mit Wolfgang Vater im Doppel knapp eine Medaille. Im Viertelfinale scheiterte das damals Leipziger Duo an den Japanern Nobohiko Hasegawa/Mitzuro Kono.

Bei Europameisterschaften war er 1960 (Zagreb), 1966 (London), 1968 (Lyon) im Einsatz. Zwei Jahre zuvor wurde ihm wegen eines Disputs mit dem Verband eine Teilnahme an den EM in Malmö verwehrt. Da deutete sich bereits ein für den Tischtennissport verheerender Beschluss des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR mit dem damaligen Vorsitzenden Manfred Ewald an, was mit der Nichtteilnahme der DDR an Weltmeisterschaften aus politischen Gründen gipfelte. Tischtennis gehörte aus leistungssportlichen Gründen nicht mehr zu den förderungswürdigen Sportarten. Nur wo Medaillen bei EM oder WM möglich waren, wurde viel investiert. So endete auch die Nationalmannschaftskarriere von Siegfried Lemke nach 104 Einsätzen im DDR-Trikot. Eine historische Zahl, denn er ist damit Rekordhalter in der Geschichte vom DDR-Tischtennissport.

Der politische Beschluss war Pech für das Tischtennis der DDR, aber ein Glücksfall für die damalige Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Finow. Hier war eine kleine Tischtennis-Hochburg, welche durch den damaligen Bäckermeister Heinz-Seeger kontinuierlich ausgebaut wurde und scheinbar den Zenit erreicht hatte. Da viele Tischtennisvereine  auch aufgelöst wurden, waren die Direktoren im damaligen Walzwerk Finow hellhörig geworden und suchten Verstärkungen. So wurde im Herbst 1967 mit einem klugen Schachzug das Ass Siegfried Lemke nach Finow gelockt und in der Finower Seeger-Backstube in der Franz-Brüning-Straße vom damaligen Walzwerker Fachdirektor Fred Hirsch begrüßt. Mit nach Finow kam auch seine damalige Ehefrau Ingrid Lemke, die er 1963 geheiratet hatte. Auch sie war eine der besten Tischtennisspielerinnen der DDR und Auswahlspielerin. Sie verstärkte mit Sondergenehmigung die zweite Finower Männermannschaft, mit der sie in die DDR-Liga (2. Liga) aufstieg. Mit ihr war Lemke mehrfach DDR-Meister im Mixed-Doppel.

Mit "Egon" ging es dann mit dem Finower Verein steil nach oben. Erste Finower Teamgefährten waren u. a. Rudi Dwaronat, Eckhard Hanke, Manfred Müller, Michael Hülsebusch, Bernd Ebing oder Harald Grüneberg. Lemke lockte seine Leipziger Vereinskollegen Wolfgang Vater und Heinz Ampft 1969 nach Finow. Jenas Spitzenmann Hans-Jürgen Ries folgte ein Jahr später. Schon ein Jahr danach wurden die Finower Vizemeister. Im Schlepptau von Siegfried Lemke blieb man bis zur Saison 1974/75 Vizemeister. Dann gelang 1976 der ganz große Wurf, Finow wurde erstmalig DDR-Mannschaftsmeister. Neben den etablierten Spielern Lemke, Ries, Vater, Amft waren auch die Eigengewächse Siegmar Bessert und Horst Nießner, als Lohn der professionellen Trainingsarbeit im Team. Beide waren an der Seite von Lemke bei den ersten und weiteren fünf Titeln bis zur Wende dabei. In dieser Zeit sind auch die Finower Brüder Holm und Erik Kirsten in die erste Mannschaft aufgerückt.

Nach der Wende spielte Lemke, der bis dahin im Rohrwerk im Walzwerk tätig war, vorübergehend bei den Würzburger Kickern und bis zum Zusammenschluss vom TTC Finow und ESV Eberswalde in der Mannschaft bei den Eisenbahnern. Zurzeit ist er in der 1. Landesklasse Staffel Ost (3. Klasse im Tischtennisverband Brandenburg) im Einsatz und gehört da zu den spielstärksten Akteuren. Immer noch beißen sich seine Gegner an seinem starken Defensivspiel die Zähne aus.

Bei Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren in unterschiedlichen Altersklassen errang er  Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Auch im Tennis und Fußball ist und war er eine feste Größe. Da seine Tochter Kathrin Dornemann mit Finows Frauen in der Oberliga spielt und Enkelin Emely auf Kreisebene erfolgreich aktiv ist, sind die Gene eindeutig vererbt. "Egon" ist fit wie ein Turnschuh und immer noch ehrgeizig wie ein Jungspund, so seine Vereinskameraden beim TTC Finow. Und das sieht man in anderen Vereinen ähnlich.

DIE ERFOLGSBILANZ VON SIEGFRIED LEMKE

DDR-Meistertitel:  Einzel acht, Doppel  vier und Mixed sechs – weitere 14 Silber-und Bronzemedaillen in Einzel- und DoppeldisziplinenAchtmal DDR-Mannschaftsmeister mit Lok Leipzig und Stahl Finow (sechs) sowie zahlreiche Silber- und Bronzemedaillen mit Leipzig und Finow104 Länderspiele für die DDRZahlreiche Medaillen bei Seniorenmeisterschaften in Deutschland, Europa und der Welt